Medizinische Versorgungszentren weisen bessere Versorgungsqualität auf als Gemeinschaftspraxen
(openPR) - Eine Analyse von rund 120 ambulanten Versorgungseinrichtungen in Kalifornien mit etwa 1,7 Millionen Versicherten hat jetzt gezeigt, dass die Art der Praxisorganisation in den USA auch einen Einfluss auf die Versorgungsqualität hat. Das mit Mitteln des Commonwealth Fund durchgeführte Forschungsprojekt hat gezeigt, dass sowohl präventive Maßnahmen als auch qualitativ hochwerte Therapieformen in Versorgungszentren (mit angestellten Ärzten) häufiger umgesetzt werden als in Gemeinschaftspraxen, zu denen einzelne Ärzte sich als selbständige Mediziner organisatorisch zusammenschließen.
Anhand der Abrechnungen der verschiedenen Versorgungseinrichtungen wurde analysiert, wie oft bei Patienten, die dafür in Frage kamen, bestimmte Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wurden (Mammographie zur Brustkrebs-Diagnose, die sog. Papanicolaou-Frühdiagnostik zur Diagnose von Gebärmutter-Tumoren, die Untersuchung auf Chlamydien, Bakterien der Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und Genitalbereich). Darüber hinaus wurde auch die Durchführung qualitativ hochwertiger Therapieformen bei chronischen Erkrankungen überprüft (eine Untersuchung der Netzhaut bei Diabetikern und zwei andere Maßnahmen für Asthmatiker bzw. Patienten nach einem Infarkt).
Als Ergebnis zeigte sich, dass insbesondere bei den Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen Versorgungszentren ihren Patienten diese medizinische Leistung häufiger zuteil werden ließen als Gemeinschaftspraxen. Weiterhin wurde aufgrund einer Befragung der Leiter der Versorgungseinrichtungen deutlich, dass diese häufiger PC-gestützte Patientenakten führen (37% zu 2%) und ebenso auch häufiger Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung durchführen (im Durchschnitt 7.2 im Vergleich zu 4.5 Maßnahmen).
Die Wissenschaftler führen die gefundenen Unterschiede im Wesentlichen auf zwei Bedingungen zurück. Zum einen vermuten sie, dass in Versorgungszentren die Kooperation der beteiligten Ärzte intensiver ist und dass auch die zentralisierte Entscheidungsstruktur (Welche Diagnose- und Therapieformen für welche Erkrankung bei welchen Patienten?) besser fundiert und organisiert ist. Ein zweiter Grund könnte nach Meinung der beteiligten Forscher ebenso bedeutsam sein: Andere Studien hätten gezeigt, dass jüngere Mediziner sich heute sehr viel öfter dafür entscheiden, eine angestellte Position in einem Versorgungszentrum anzunehmen, statt sich mit Kollegen selbständig zu machen. Jüngere Mediziner seien aber einfach besser ausgebildet, so dass diese bessere Qualifikation sich auch in einer höheren Versorgungsqualität für Patienten niederschlägt.
Weitere Informationen zur Studie:
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Dr.Bernard Braun
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