Der Sozialticker zu: Von der Bedarfs-Gemeinschaft zur Brücken-Gemeinschaft

Der Sozialticker informiert - kommentiert - kritisiert (openPR) - Ja, man soll es nicht glauben, doch die Tatsachen sprechen für sich. Unsere Wirtschaft boomt angeblich aber die sozialen Abstiege boomen auch. Doch darüber berichten die vielen Medien kaum oder eben sehr selten. Arbeit verloren, Scheidung, Mietschulden, Alkohol oder Drogen und schließlich einen Sonderplatz unter Brücke 27!

Eigene Schuld ? Nicht immer sind die Menschen die obdachlos werden, selbst schuld. Viele Schicksale werden auch durch unser System und den Argen gesteuert. In vielen Fällen beginnt mit der Arbeitslosigkeit, ein Wettrennen mit ALG I und einer neuen Arbeit. Schafft man es, innerhalb des Bezuges vom ALG I eine neue Arbeit zu bekommen, dann ist man relativ gut dran. Doch wenn nicht, beginnt ab hier ein fast unaufhaltbarer Abstieg!

Die Familienverhältnisse verschärfen sich, weil man auch den gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten kann und auch oft gezwungen ist, sich an immer mehr Einschränkungen zu gewöhnen. Selbst die Miete kann oft nicht mehr bezahlt werden. Eine Fahrt mit dem Auto wird zum Luxus und die Kinder merken plötzlich, dass ihre bisherige Lebensweise nicht mehr gehalten werden kann. Einfachste Sachen, wie Telefon und GEZ reißen plötzlich große Löcher in die Familienkassen. Geburtstage, Weihnachten oder Tagesreisen werden auf das Nötigste begrenzt und der geliebte Kleingarten, für den man sich 10 Jahre den Hintern aufgerissen hat, muss aufgegeben werden. Wenn aber nun zusätzlich noch einige normale Verzögerungen bei den ALG II Leistungen auftreten und das Konto gesperrt wird, kümmert sich kein Mensch darum, wie man aus diesem Sumpf wieder raus kommen soll!

Jetzt beginnt der Akt einer wahrhaftigen Verzweiflung. Man ertränkt seine Sorgen im Alkohol oder mit Drogen. Inkassobe

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sind keine Seltenheit mehr und man sieht oft keinen Ausweg mehr - sich aus dieser Lage selbstständig zu befreien, ist jetzt nicht mehr möglich. Da passt auch Vater Staat auf. Zwangsarbeit zu Hungerlöhnen, oder Eingliederungstätigkeiten die genau auf 11 Monate festgeschrieben sind, damit man auch gar nicht wieder ins ALG I rutscht, sorgen dafür, dass man auch dort bleibt, wo man angekommen ist.

In der Unterschicht

Nach weiteren sozialen Kürzungen reicht oft ein kleiner Funke und man ist obdachlos. Ein Fall für die Bahnhofsmission und für die Tafeln. Angekommen in einem Land, was man sonst nur aus utopischen Märchen kennt. Doch plötzlich ist es Realität geworden, obwohl man doch immer gesagt hatte, “mir passiert es nicht” ! Ganz schnell musste man erkennen, dass es nicht immer nur die Schuld der Arbeitslosen oder Obdachlosen ist, diesen Absturz verursacht zu haben.

Doch jetzt ist es zu spät. Der Weg von der BG zur BG ist abgeschlossen und ein Rückweg ist nicht vorgesehen, auch wenn man dies den Bedürftigen vortäuschen will!
www.sozialticker.com/von-der-bedarfs-gemeinschaft-zur-bruecken-gemeinschaft_20070217.html

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